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2.6.2026 News Landnutzung

Verborgene Vielfalt im Schilf: Ein Blick in die Welt der Laufkäfer

Im Teilprojekt „Wild und Wichtig: Schilf!“ ist im April eine neue Kartierung gestartet: In insgesamt neun Untersuchungsgebieten im Projektgebiet Hotspot 30 – Ostvorpommersche Küste und Usedom – wurden Bodenfallen ausgebracht, um die Lebensgemeinschaften bodenlebender Arthropoden in Schilfbeständen zu erfassen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Laufkäfern (Carabidae). 

Mit der Untersuchung wollen wir besser verstehen, wie sich unterschiedlich genutzte und ungenutzte Schilfbestände auf die Biodiversität auswirken. Die Flächen unterscheiden sich unter anderem entlang eines Salinitätsgradienten, also von stärker salzgeprägten bis hin zu eher süßwasserbeeinflussten Standorten, und bieten damit ideale Voraussetzungen, um ökologische Unterschiede sichtbar zu machen. 

Laufkäfer eignen sich besonders gut für solche Fragestellungen, da sie als sogenannte Bioindikatoren gelten. Das bedeutet: Veränderungen in ihrer Artenzusammensetzung und Aktivität spiegeln Umweltbedingungen sehr zuverlässig wider. Viele Arten sind hoch spezialisiert und reagieren sensibel auf Faktoren wie Bodenfeuchte, Salzgehalt, Vegetationsstruktur oder Überflutungsdynamik. Dadurch lassen sich selbst kleinräumige Unterschiede zwischen Standorten erfassen, die in der Vegetation nicht immer direkt erkennbar sind. 

Zugleich spielen Laufkäfer eine wichtige Rolle im Ökosystem: Als räuberisch lebende Tiere regulieren sie andere Wirbellosenpopulationen und sind selbst eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Wirbeltiere. Veränderungen in ihren Gemeinschaften können daher auch Hinweise auf weiterreichende ökologische Zusammenhänge geben. 

Die eingesetzten Bodenfallen verbleiben bis Ende Oktober im Gelände und machen so eine Erfassung über den gesamten Aktivitätszeitraum der Laufkäfer möglich. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und darauf, welche Unterschiede sich zwischen den verschiedenen Schilfbeständen und Standortbedingungen zeigen werden. 

Die Untersuchung liefert eine wichtige Grundlage, um die Auswirkungen unterschiedlicher Nutzungsformen auf die Biodiversität in Küstenüberflutungsräumen besser zu bewerten und daraus naturschutzfachliche Empfehlungen abzuleiten. 

Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen, denn im Schilf ist mehr los, als man denkt.  

Mehr zum Projekt „Wild & Wichtig: Schilf!“ finden Sie unter Wild & Wichtig: Schilf! - Die Ostseestiftung